Marktwert Solar im September 2026: Deutlicher Anstieg auf 8,177 ct/kWh

21/10/2026

Der Marktwert Solar ist im September 2026 deutlich gestiegen und erreichte 8,177 Cent pro Kilowattstunde (ct/kWh). Gegenüber dem August entspricht dies einem Anstieg von rund 29 %. Im Vergleich zum September 2025 liegt der Marktwert sogar rund 90 % höher. Damit verzeichnete Solarstrom nach einem vergleichsweise schwachen Frühjahr und Sommer wieder deutlich höhere durchschnittliche Vermarktungserlöse.

Parallel dazu stieg der durchschnittliche Börsenstrompreis auf den höchsten Stand des bisherigen Jahres. Auch auf dem EEG-Konto machte sich die Entwicklung bemerkbar: Die Übertragungsnetzbetreiber meldeten für September einen Überschuss von knapp 750 Millionen Euro.

Für Betreiber von Photovoltaikanlagen sind diese Zahlen insbesondere im Zusammenhang mit der Direktvermarktung und der EEG-Marktprämie relevant. Sie zeigen, wie sich die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen für die Vermarktung erneuerbarer Energien innerhalb weniger Monate verändern können.

Marktwert Solar September 2026: Die wichtigsten Zahlen

Nach den veröffentlichten Daten der deutschen Übertragungsnetzbetreiber erreichte der Monatsmarktwert Solar im September 2026 einen Wert von 8,177 ct/kWh.

Im August hatte er noch bei 6,359 ct/kWh gelegen. Innerhalb eines Monats erhöhte sich der Wert damit um 1,818 ct/kWh beziehungsweise rund 28,6 %.

Noch deutlicher fällt der Vergleich mit dem Vorjahresmonat aus. Im September 2025 betrug der Marktwert Solar lediglich 4,307 ct/kWh. Der aktuelle Wert liegt somit rund 90 % darüber.

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Kennzahl August 2026 September 2026
Marktwert Solar 6,359 ct/kWh 8,177 ct/kWh
Marktwert Wind an Land 11,545 ct/kWh 10,940 ct/kWh
Marktwert Wind auf See 11,967 ct/kWh 11,974 ct/kWh
Durchschnittlicher Spotmarktpreis 12,689 ct/kWh 14,482 ct/kWh

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Der Marktwert Solar erreichte im September den zweithöchsten Monatswert des bisherigen Jahres 2026. Nur im Januar lag er höher.

Die Entwicklung zeigt zugleich, dass sich die verschiedenen erneuerbaren Energieträger unterschiedlich am Strommarkt entwickeln. Während Photovoltaik deutlich von den gestiegenen Preisen profitierte, ging der Marktwert für Windenergie an Land gegenüber August leicht zurück.

Warum ist der Marktwert Solar im September gestiegen?

Der Marktwert Solar hängt nicht ausschließlich von der Höhe des allgemeinen Börsenstrompreises ab. Entscheidend ist vielmehr, zu welchen Preisen der Strom tatsächlich während der Einspeisezeiten von Photovoltaikanlagen gehandelt wird.

Da Solaranlagen überwiegend tagsüber Strom produzieren, konzentriert sich ihre Einspeisung auf bestimmte Stunden. Bei hoher gleichzeitiger Photovoltaikerzeugung kann dies die Börsenstrompreise während dieser Zeiträume deutlich reduzieren.

Im September wirkten mehrere Faktoren auf die Entwicklung des Marktwerts ein.

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Gestiegene Börsenstrompreise

Der durchschnittliche Spotmarktpreis erreichte im September 2026 einen Wert von 14,482 ct/kWh. Gegenüber August entspricht dies einem Anstieg von rund 14,1 %.

Damit wurde der höchste durchschnittliche Monatswert des bisherigen Jahres erreicht.

Das allgemein gestiegene Preisniveau beeinflusste auch die Erlösmöglichkeiten für Solarstrom. Allerdings fiel der prozentuale Anstieg des Marktwerts Solar mit rund 29 % deutlich stärker aus als der des durchschnittlichen Spotmarktpreises.

Veränderung der solaren Einspeisestruktur

Mit dem Übergang vom Sommer zum Herbst verändert sich die Stromerzeugung aus Photovoltaikanlagen.

Die Tage werden kürzer und die solare Einstrahlung nimmt im Durchschnitt ab. Dadurch verändert sich die zeitliche Verteilung der Solarstromproduktion.

Wenn weniger Photovoltaikstrom gleichzeitig in das Netz eingespeist wird, kann sich der Preisdruck während der typischen Solarstunden verringern.

Die Entwicklung im September verdeutlicht deshalb, dass eine höhere solare Stromproduktion nicht automatisch mit höheren durchschnittlichen Vermarktungspreisen verbunden ist. Entscheidend bleibt das Verhältnis zwischen Stromangebot und Nachfrage in den jeweiligen Einspeisezeiten.

Solarstrom bleibt deutlich unter dem durchschnittlichen Börsenstrompreis

Trotz des starken Anstiegs lag der Marktwert Solar im September weiterhin deutlich unter dem allgemeinen Spotmarktpreis.

Während der durchschnittliche Börsenstrompreis 14,482 ct/kWh erreichte, erzielte Solarstrom einen Marktwert von 8,177 ct/kWh.

Das entspricht einem Verhältnis von rund 56,5 %.

Dieses Verhältnis wird auch als Capture Rate beziehungsweise Marktwertfaktor bezeichnet. Es beschreibt, welchen Anteil des durchschnittlichen Börsenstrompreises eine Erzeugungstechnologie mit ihrem spezifischen Einspeiseprofil erreicht.

Für Photovoltaik ist die Capture Rate ein wichtiger Indikator. Sie macht sichtbar, wie stark sich die Konzentration der Stromproduktion auf die Tagesstunden auf die Vermarktungserlöse auswirkt.

Der September zeigt damit zwei Entwicklungen gleichzeitig: Solarstrom konnte von höheren Börsenstrompreisen profitieren, erreichte aber weiterhin einen deutlich geringeren durchschnittlichen Preis als der Strommarkt insgesamt.

Negative Strompreise: 35,75 Stunden im September

Auch im September 2026 traten an der Strombörse wieder Phasen mit negativen Preisen auf.

Nach den veröffentlichten Marktdaten wurden insgesamt 143 Viertelstunden mit negativen Börsenstrompreisen registriert. Das entspricht rechnerisch 35,75 Stunden.

Diese Zeiträume verteilten sich auf sechs Tage und traten insbesondere während der Tagesstunden auf.

Negative Strompreise entstehen, wenn das Stromangebot die kurzfristige Nachfrage übersteigt und das Marktgeschehen entsprechende Preissignale auslöst. Eine hohe Einspeisung erneuerbarer Energien kann dazu beitragen, insbesondere wenn gleichzeitig eine geringe Stromnachfrage besteht oder konventionelle Erzeugung nicht ausreichend reduziert wird.

Welche Auswirkungen haben negative Strompreise auf die EEG-Förderung?

Für Betreiber EEG-geförderter Anlagen sind negative Strompreise von besonderer Bedeutung.

Nach § 51 EEG kann sich der gesetzliche Zahlungsanspruch während bestimmter Zeiträume mit negativen Spotmarktpreisen auf null reduzieren. Welche Regelung im Einzelfall gilt, hängt unter anderem vom Inbetriebnahmedatum der Anlage und den anwendbaren gesetzlichen Übergangsbestimmungen ab.

Für neuere Anlagen gelten dabei strengere Regelungen als für zahlreiche ältere Bestandsanlagen.

Wichtig ist die Unterscheidung zwischen dem Börsenstrompreis und der EEG-Förderung: Negative Preise führen nicht zwangsläufig dazu, dass sämtliche Einnahmen aus der Stromvermarktung entfallen. Sie können jedoch den Förderanspruch beeinflussen und je nach Vermarktungsvertrag zusätzliche wirtschaftliche Auswirkungen haben.

Daher sollten Betreiber neben dem monatlichen Marktwert auch die Häufigkeit negativer Strompreise und die entsprechenden Regelungen ihres Direktvermarktungsvertrags berücksichtigen.

EEG-Konto wächst auf rund 2,31 Milliarden Euro

Neben den Marktwerten veröffentlichten die Übertragungsnetzbetreiber auch die aktualisierten Zahlen zum EEG-Konto.

Im September 2026 wurde ein monatlicher Überschuss von knapp 750 Millionen Euro verzeichnet. Damit erhöhte sich das Guthaben auf dem EEG-Konto auf rund 2,31 Milliarden Euro.

Das EEG-Konto bildet wesentliche Einnahmen und Ausgaben im Zusammenhang mit der Förderung erneuerbarer Energien ab.

Zu den Einnahmen gehören unter anderem staatliche Zuschüsse sowie Erlöse aus der Vermarktung von EEG-Strom durch die Übertragungsnetzbetreiber. Auf der Ausgabenseite stehen insbesondere die Zahlungen im Rahmen des EEG-Fördersystems.

Höhere Strompreise entlasten die EEG-Finanzierung

Steigen die Marktwerte erneuerbarer Energien, kann sich dies reduzierend auf die erforderlichen Marktprämienzahlungen auswirken.

Der Grund liegt in der Berechnung der gleitenden Marktprämie: Sie orientiert sich grundsätzlich an der Differenz zwischen dem für eine Anlage geltenden anzulegenden Wert und dem maßgeblichen Marktwert.

Je höher der Marktwert ausfällt, desto geringer ist bei unverändertem anzulegendem Wert in der Regel die erforderliche Marktprämie.

Im September gingen die Zahlungen an EEG-Anlagenbetreiber entsprechend zurück. Die Entwicklung der Börsenstrompreise trug damit zur positiven Kontobilanz bei.

Gleichzeitig blieb der Finanzierungsbedarf aus dem Bundeshaushalt erheblich.

Im September beliefen sich die Bundeszuschüsse an die Übertragungsnetzbetreiber auf mehr als 1,54 Milliarden Euro. Insgesamt erreichten die Zuschüsse bis Ende September knapp 12,6 Milliarden Euro.

Die Einnahmen aus der Vermarktung von EEG-Strom summierten sich im bisherigen Jahresverlauf auf rund 2,56 Milliarden Euro.

Der höhere Kontostand ist daher nicht ausschließlich auf gestiegene Börsenstrompreise zurückzuführen, sondern ergibt sich aus dem Zusammenspiel unterschiedlicher Einnahmen und Ausgaben.

Was bedeutet der höhere Marktwert Solar für die Direktvermarktung?

Für Betreiber von Photovoltaikanlagen ist der Monatsmarktwert Solar eine wichtige Orientierungsgröße bei der Bewertung ihrer Vermarktungserlöse.

In der geförderten Direktvermarktung setzt sich die wirtschaftliche Vergütung grundsätzlich aus den Erlösen der Stromvermarktung und einer gegebenenfalls zustehenden EEG-Marktprämie zusammen.

Der anzulegende Wert bildet dabei die maßgebliche Grundlage für die Berechnung der Marktprämie.

Ein steigender Marktwert bedeutet deshalb nicht automatisch, dass sich die gesamten Einnahmen einer EEG-geförderten Anlage im gleichen Verhältnis erhöhen.

Steigt der Marktwert, kann sich gleichzeitig der Anspruch auf die Marktprämie reduzieren.

Anders ist die Situation bei Anlagen, deren Einnahmen stärker unmittelbar von den erzielten Börsenstrompreisen abhängen, beispielsweise bei ungeförderter Direktvermarktung.

Hier können höhere Marktwerte unmittelbar bessere Vermarktungsmöglichkeiten bedeuten. Die tatsächlich erzielten Erlöse hängen jedoch auch von der individuellen Erzeugungsstruktur, den Vertragsbedingungen sowie den Kosten und Risiken der Vermarktung ab.

Welche Faktoren sollten Anlagenbetreiber berücksichtigen?

Bei der Bewertung eines Direktvermarktungsangebots spielen neben dem Monatsmarktwert insbesondere folgende Aspekte eine Rolle:

  • Vermarktungsentgelt: Welche festen oder variablen Gebühren verlangt der Direktvermarkter?
  • Abrechnungsmodell: Erfolgt die Vergütung auf Grundlage des Monatsmarktwerts oder anhand individueller Marktpreise?
  • Negative Strompreise: Welche Regelungen gelten für Einspeisung, Abregelung und Vergütung?
  • Prognose- und Bilanzkreisrisiken: Wie werden Abweichungen zwischen prognostizierter und tatsächlicher Stromerzeugung behandelt?
  • Vertragslaufzeit und Flexibilität: Welche Möglichkeiten bestehen für Anpassungen oder einen späteren Anbieterwechsel?

Der Vergleich verschiedener Direktvermarktungsmodelle sollte deshalb nicht allein auf aktuellen Marktwerten beruhen.

Ausblick: Wie könnte sich der Marktwert Solar weiterentwickeln?

Der starke Anstieg im September zeigt, wie dynamisch sich die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen am Strommarkt verändern können.

Ob sich das höhere Marktwertniveau in den kommenden Monaten fortsetzt, hängt von mehreren Faktoren ab.

Dazu gehören insbesondere die allgemeine Strompreisentwicklung, der wetterabhängige Erzeugungsmix, die Stromnachfrage und die Verfügbarkeit anderer Erzeugungstechnologien.

Auch die zunehmende Integration von Batteriespeichern und flexiblen Verbrauchern kann langfristig Einfluss darauf nehmen, wann Strom eingespeist oder nachgefragt wird.

Ein einzelner Monatswert lässt jedoch keine zuverlässige Prognose für die kommenden Monate zu.

Für Photovoltaikbetreiber bleibt es daher sinnvoll, die veröffentlichten Marktwerte regelmäßig zu verfolgen und sie im Zusammenhang mit der eigenen Vermarktungsstrategie zu bewerten.

Fazit: Marktwert Solar steigt deutlich – Vermarktungsbedingungen bleiben entscheidend

Mit 8,177 ct/kWh erreichte der Marktwert Solar im September 2026 den zweithöchsten Monatswert des bisherigen Jahres. Der Anstieg um rund 29 % gegenüber August und rund 90 % gegenüber dem Vorjahresmonat verdeutlicht die erhebliche Dynamik des Strommarkts.

Gleichzeitig blieben negative Strompreise ein relevanter Faktor. Auch der deutliche Abstand zwischen dem Marktwert Solar und dem durchschnittlichen Börsenstrompreis zeigt, dass der Zeitpunkt der Stromerzeugung für die Vermarktung eine zentrale Rolle spielt.

Für Betreiber von Photovoltaikanlagen sind hohe Marktwerte grundsätzlich ein wichtiges Marktsignal. Die tatsächlichen wirtschaftlichen Auswirkungen hängen jedoch vom jeweiligen Förderstatus, der Anlagenstruktur und den vertraglichen Bedingungen ab.

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Ein regelmäßiger Vergleich der Direktvermarktungsangebote kann deshalb helfen, die Vermarktungskosten, Vergütungsmodelle und vertraglichen Rahmenbedingungen besser einzuordnen.

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